Der Düsseldorfer Karneval und sein Hoppeditz

Hoppeditz

Bald ist es wieder soweit: Das Ende der fünften Jahreszeit wird wieder gebührend gefeiert. Letztes Jahr habe ich euch schon berichtet, was genau an Karneval passiert und wie wir ihn hier in Düsseldorf feiern. Dieses Jahr erzähl ich euch etwas über unser Karnevalsmaskottchen: den Hoppeditz.

Jedes Jahr am 11.11. um genau 11:11 Uhr erwacht der Hoppeditz und steigt aus einem Senftopf. Warum ein Senftopf? Naja, weil Düsseldorf auch für seinen Senf sehr bekannt ist! Mit dem Erscheinen unseres Hoppeditz wird die neue Session eingeleitet. In seiner folgenden Rede zieht er alle möglichen und unmöglichen Ereignisse Düsseldorfs durch den Kakao. Vor allem aber der Bürgermeister hat es nicht leicht auf den Narren humorvoll zu antworten. Nach dem 11.11. jeden Jahres beginnt eine spannende Zeit mit Bällen, Sitzungen und närrischer Musik.

Der Hoppeditz genießt ein sehr hohes Ansehen in Düsseldorf, so dass ihm sogar auf dem Karlplatz ein Denkmal gesetzt wurde. Bei der Enthüllung des Denkmals, so erzählt man, „öffneten sich unter dem Helau des großen Narrenvolkes die Klappen des Oberbaus und heraus flogen 200 weiße Tauben, die die Karnevalsgrüße Düsseldorfs auf Zettelchen am Halse in die Welt hinaustrugen.“ Woraufhin ein großes Finale mit Fackelzug durch die Stadt und Feuerwerk am Denkmal als Krönung folgte.

Hoppeditz

Leider stand das Denkmal nur bis 1860. Auch wurde das Erwachen des Hoppeditz meist nur in geschlossenen Räumen gefeiert. Dies änderte sich zum Glück 1937, als das Volksfest zum ersten Mal auf dem Burgplatz gefeiert wurde – und zwar so, wie wir es heute kennen und lieben. Seit 2008 haben wir auch endlich wieder ein Denkmal unseres geliebten Hoppeditz.

Bis zum Rosenmontag genießt die Stadt die fünfte Jahreszeit. Wie ich bereits letztes Jahr erzählt habe, findet an diesem Tag in Düsseldorf mit über 60 Wagen der drittgrößte Karnevalsumzug Deutschlands statt. Sie rollen an den verkleideten Zuschauern vorbei und versorgen sie mit Süßigkeiten und kleinen Geschenken.

Leider hat der Hoppeditz nur eine kurze Lebensspanne. Am Aschermittwoch wird er in einer Trauerzeremonie zu Grabe getragen. Aber wir brauchen nicht traurig zu sein, denn wir wissen ja, dass er pünktlich zur nächsten Saison wieder zurückkehren wird.

Solltet ihr dieses Jahr die Möglichkeit haben  Teil dieser wunderbaren Tradition zu sein – nutzt sie. Es ist eine der aufregendsten und spaßigsten Zeit in Düsseldorf.

Karneval In Düsseldorf

Carnival 1

Der Karneval ist eine der dominantesten Traditionen des Rheinlands. Die Wurzeln dieser Tradition liegen im Katholizismus und bilden den feierlichen Höhepunkt, bevor die Fastenzeit eingeläutet wird. Die Jecken feiern vom 11. November um 11:11 Uhr bis Aschermittwoch.

Die richtigen Feierlichkeiten beginnen aber nach dem 1. Januar, denn dann finden die bekannten Sitzungen, Büttenreden und Kostümbälle statt. Die Höhepunkte der Karnevalszeit bilden Altweiberfastnacht, Karnevalssonntag und Rosenmontag.

An Altweiberfastnacht steht vor allem der Übermut im Vordergrund. Die Damen versuchen so vielen Herren wie möglich die Krawatten abzuschneiden. Aber Mitleid braucht man mit den Herren nicht haben – denn als Belohnung erhalten sie ein Bützchen (einen Kuss auf die Wange).

Am Karnevalssonntag treffen sich dann hunderttausende Jecken, um in der Altstadt und auf der Königsalle zusammen Karneval zu feiern. Kostümiert, singend und tanzend, feiern die Jecken den ganzen Tag gemeinsam.

Den großen Abschluss bildet dann der Rosenmontagszug. Mit über 60 Wagen, die die Karnevalsvereine (meist unterstützt von vielen ehrenamtlichen Helfern) in monatelanger Arbeit zusammenbauen, ziehen sie durch die Stadt. Die Intention der Wagen ist es, aktuelle Ereignisse und scharf diskutierte Themen aufzugreifen und zu karikieren. Besonders für die Kinder ist die Parade ein Spaß, da die Vereine während des Umzuges ‚Kamelle‘ (Süßigkeiten) in die Menge werfen.

Eigentlich kann man die Faszination der rheinischen Karnevalstraditionen nicht erklären. Sie müssen es einmal selbst erlebt haben!

(In English)